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Mit der Realisierung des von PKi geplanten
Energiekonzepts ging die Heine + Beisswenger Stiftung + Co. KG in
Fellbach einen nicht alltäglichen Schritt. Das Unternehmen entschied
sich für den Einsatz von Erdwärme. Eine reversible Wärmepumpe, die mit
einer Bauteilaktivierung gekoppelt ist, nutzt dazu acht Erdsonden à 80 m
Tiefe. Das Ergebnis spricht für sich: Durch die Geothermie-Anlage können
etwa 80 Prozent des Wärme- und Kühlbedarfs des gesamten Gebäudes
umweltverträglich und kostengünstig abgedeckt werden. Zusätzlich
konzipierte PKi eine Quelllüftung der Büroräume. Gemeinsam mit einem
außen liegenden Sonnenschutz wird so ein hervorragendes Raumklima für
die Nutzer gewährleistet.
Markus Pfeil: Herr Heine, Sie nutzen Ihr neues Verwaltungsgebäude
mittlerweile seit Februar 2008. Der Sommer in diesem Jahr hatte ja eine
über Wochen anhaltende Hitzeperiode mit Tagestemperaturen von weit über
30°C. Wie haben Sie und Ihre Mitarbeiter dieses extrem heiße Klima
erlebt?
Matthias Heine: Das Klima in den Büros ist zusammengefasst
hochkomfortabel – ein Traum. Uns wurde immer nur dann bewusst, wie
extrem heiß es draußen ist, wenn wir mit Kunden telefonierten, die über
die Hitze stöhnten. Und natürlich beim Heraustreten aus dem Gebäude. Da
merkte man erst, wie angenehm die Bauteilaktivierung in den Büros ist.
MP: Ich erinnere mich daran, dass Sie sich die Entscheidung für
das Gebäudeklimatikkonzept Bauteilaktivierung und Quelllüftung im
Planungsprozess nicht einfach gemacht haben. In unserem damaligen
Beratungsgespräch wiesen wir darauf hin, dass sich der hohe Komfort des
Raumklimas auch auf die Produktivität Ihrer Mitarbeiter auswirkt und
Ihnen so wirtschaftliche Vorteile bringt. Wie beurteilen Sie Ihre
Entscheidung aus heutiger Sicht?
MH: Die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter ist ein
wesentlicher Faktor für ein Wirtschaftsunternehmen wie wir es sind.
Deshalb bin ich froh, dass Sie mich seinerzeit überzeugen konnten. Die
vergangenen zwei Jahre haben bewiesen, dass die Entscheidung für das
Gebäudeklimatikkonzept richtig und wichtig war und dass die gesamte
Firma davon profitiert. Auch bei extrem heißen Temperaturen blieb die
Produktivität unserer Mitarbeiter konstant hoch. Ich denke, dass wir das
zu einem großen Teil auch dem hervorragenden Raumklima zu verdanken
haben.
MP: Ein Element des Energiekonzeptes ist die Lüftung des gesamten
Gebäudes über den Doppelboden und die darin befindlichen
Quellluftauslässe. In der Planung haben wir bewusst auf geringe
Luftmengen und damit auf ein klein dimensioniertes Lüftungssystem
gesetzt. Die Gründe hierfür lagen einerseits in der hohen Behaglichkeit,
die so erreicht wird, andererseits konnten wir so aber auch die
Investitionen und die Betriebskosten der Lüftung so gering wie möglich
halten. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Lüftungskonzept?
MH: Wir nehmen die Lüftung im Gebäude gar nicht wahr. Es gibt
weder eine Luftverschlechterung in den Büros, noch stören irgendwelche
Geräusche oder Gerüche. Die Luft empfinden unsere Mitarbeiter einfach
als sehr angenehm.
MP: Ein Argument für eine kontrollierte Lüftung war unter
anderem, dass der Neubau an der stark befahrenen Höhenstraße in Fellbach
liegt. Dennoch haben wir im Energiekonzept Fenster vorgesehen, die der
Nutzer jederzeit öffnen kann. Welchen Umgang konnten Sie damit
beobachten?
MH: Ganz selten werden einmal Fenster geöffnet. Manchmal macht
ein Mitarbeiter am Morgen kurz seine Fenster auf, um durchzulüften. In
der Regel sind die Fenster dann aber den ganzen Tag geschlossen, weil
niemand das Bedürfnis hat, so für Frischluft zu sorgen.
MP: Sie haben im neuen Gebäude nun schon zwei Heizperioden
erlebt. Was können Sie davon berichten?
MH: Auch im Winter ist das Gebäude sehr komfortabel. Positiv
empfinden wir, dass wir über die Heizkörper jeden Raum individuell
temperieren können. Hier sind die Mitarbeiter ja sehr verschieden. Dem
einen genügen 20° im Büro, der andere mag es eher wärmer.
MP: Ein Großteil der Wärme wird aus Erdwärmesonden geliefert, die
Kälteversorgung erfolgt komplett darüber. War Ihre Entscheidung für die
Geothermie aus heutiger Sicht richtig?
MH: Absolut. Ich beobachte die Energiepreisentwicklungen und habe
ein gutes Gewissen. Was will man mehr?
MP: Würden Sie sich wieder für ein Energiekonzept dieser Art
entscheiden?
MH: Ganz klar. Ich bin davon überzeugt – und das belegen auch
unsere Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren – dass wir sowohl
beim Heiz-, Kühl- und Lüftungskonzept im Gebäude als auch beim Einsatz
der Geothermie als erneuerbare Energiequelle den richtigen Weg für uns
eingeschlagen haben.
MP: Herr Heine, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
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