Nachgefragt

im Rathaus

Neu-Anspach

Interview mit Markus Wolf:
„Wir sind durchweg zufrieden mit unserem Neubau“

So wenig Technik wie nötig: Für das neue Rathaus in Neu-Anspach entwickelte PKi ein ganzheitliches Energiekonzept, bei dem vor allem mit passiven Maßnahmen den Energiebedarf des Gebäudes gesenkt und eine schlanke, energieeffiziente und wirtschaftliche Technische Gebäudeausrüstung umgesetzt wurde. Drei Jahre nach Bezug des Gebäudes haben wir bei Markus Wolf aus dem Bereich Technische Dienste nachgefragt, wie zufrieden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem Klima an ihrem Arbeitsplatz sind. Markus Wolf war für die Planung und Ausführung des Rathauses im Namen der Stadt Neu-Anspach verantwortlich.

PKi: Vor über drei Jahren sind Sie in das neue Rathaus gezogen. Wie arbeitet es sich in dem neuen Gebäude?

Markus Wolf: Wir sind durchweg zufrieden mit unserem Neubau und haben uns in den vergangenen Jahren gut eingelebt.

PKi: Beim Neubau wurde auf viel Anlagentechnik, beispielsweise eine Klimaanlage, verzichtet. Stattdessen wurden zahlreiche passive Maßnahmen, etwa eine Nachtluftspülung zur natürlichen Kühlung des Gebäudes, umgesetzt. Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Nachtkühlung im Sommer in den vergangenen Jahren? Und wie war es in diesem extremen Sommer 2018?

Markus Wolf: Die Nachtauskühlung über die witterungsgeschützten Öffnungsklappen funktioniert tadellos. Aufgrund der effizienten Nachtlüftung in Verbindung mit dem außenliegenden Sonnenschutz haben wir kaum Probleme mit einer Überhitzung der Räume. Selbst die Räume im Dachgeschoss bleiben verhältnismäßig kühl. Auch in diesem extrem heißen Sommer konnten wir fast durchgehend angenehme Temperaturen erreichen. Schwierig wird es, wenn die Effizienz der Nachtlüftung bedingt durch tropisch warme Nächte sinkt und eine Auskühlung der Räume so nur noch kaum möglich ist.

PKi: Wie kommen die Mitarbeiter mit dem manuellen Lüftungssystem zurecht?

Markus Wolf: Im Allgemeinen wird das Lüftungssystem sehr gut angenommen. Hier und da gab es anfangs kleinere Schwierigkeiten in der Anwendung einer energetisch sinnvollen Lüftung. Durch Erläuterungen und Aufklärung konnten wir diese aber schnell lösen und beheben.

PKi: Die Installation einer Holzpelletsheizung ist – insbesondere in der Verwaltung – eher eine Ausnahme. Sind Sie zufrieden mit dieser Entscheidung und wie managt man das Heizen mit Holzpellets? Hatten Sie Störungen oder Probleme mit dem Management der Anlage?

Markus Wolf: Mit der Heiztechnik sind wir zufrieden. Störungen oder Ausfälle hatten wir über den gesamten Zeitraum seit der Inbetriebnahme nicht. Der Wartungsaufwand einer Holzpelletheizung ist natürlich höher als bei einer konventionellen Öl- oder Gasheizung, stellt aber auch keine größeren Probleme dar. Wir bestellen zwei Mal im Jahr Pellets, um das Lager wieder zu befüllen. Die Holzpelletheizung läuft sehr zuverlässig.

PKi: Ihr Fazit?

Markus Wolf: Die Entscheidung auf eine Klimaanlage, Zwangslüftungen und zentrale Heizungssteuerungen zu verzichten ist auch nach drei Jahren im Betrieb die richtige Entscheidung. Das Rathaus ist weiterhin ein Zweckbau, bei dem die Mitarbeiter ihre Büros individuell nutzen können. Bezüglich des umgesetzten Rathauskonzeptes und den bisherigen Erfahrungswerten gab es schon mehrfach von anderen Kommunen deutschlandweit Anfragen. Auch das zeigt, dass diese Umsetzung auf Interesse stößt und mit PKi auch ein sehr erfahrenes und offenes Ingenieurbüro gemeinschaftlich mitgewirkt hat.

 

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©zooey braun FOTOGRAFIE

2018-10-26T11:34:15+00:00