INNOVATIVE GEBÄUDEHÜLLE

AUS HANF UND HOLZ

Passivhausausführung mit nachwachsenden Rohstoffen

Für das neue Büro- und Ausstellungsgebäude der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück wurde eine innovative Gebäudehülle aus Naturmaterialien entwickelt. Die Besonderheit: Der Neubau aus Holz ist im Passivhausstandard ausgeführt und erfüllt so höchste ökologische Ansprüche.

Konstruktion und Material
Der Neubau der DBU besteht zu überwiegendem Teil aus Holz. Der nachwachsende Rohstoff punktet sowohl mit seiner Ökobilanz als auch mit guten bauphysikalischen Eigenschaften. Tragwerk, Gebäudehülle (Außen- und Innenwände) sowie Ausbau bestehen aus nachhaltigen FSC- oder PEFC-zertifizierten Holzprodukten. Auf den Verbau von Beton und Stahl wurde weitgehend verzichtet.

Die Dämmung ist vollständig aus biologischen Bestandteilen gefertigt: Verbaut wurden 90 Prozent Hanffasern und 10 Prozent Maisstärke als Stützfasern. Der schnell nachwachsende, recycle- und kompostierbare Hanf ist als Naturdämmstoff sorptionsfähig. Er kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, ohne dass die Dämmwirkung verloren geht. Das feuchteausgleichende Verhalten dieser Dämmung trägt so zum guten Raumklima bei. Holzpaneele bilden den Raumabschluss der thermischen Gebäudehülle.

Qualität der Gebäudehülle
Die Gebäudehülle ist im Passivhausstandard ausgeführt und hat somit extrem geringe Transmissionswärmeverluste. Aufgrund der Hanfdämmung sowie der wärmebrückenminimierten Konstruktion durch ein komplett innenliegendes Tragwerk erreichen die Außenwände einen sehr guten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert: 0,13 W/m²K).

Durch die weitgehende Vorfertigung der Bauteile wurde eine maximale Fugendichtigkeit der thermischen Hülle ermöglicht. Die Luftdichtheit liegt mit einem Wert von n50 = 0,34 1/h weit über den Qualitätsanforderungen eines Passivhauses (n50 ≤ 0,6 1/h). Die minimierten Transmissions- und Lüftungswärmeverluste bilden die Basis für ein „schlankes Konzept“ der Haustechnik.

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Bildnachweis:
©Fabian Stürtz
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