Atmende Fassade.
dm-dialogicum Karlsruhe
Firmenzentrale mit innovativer Lüftung
DIE HERAUSFORDERUNG
dm-drogerie markt wollte mit dem Neubau seiner Karlsruher Firmenzentrale mehr als ein funktionales Bürogebäude errichten – das dm-dialogicum sollte die Mitmenschlichkeit und Partnerschaftlichkeit des Unternehmens gegenüber Kunden, Mitarbeitern, Handelspartnern und Umwelt sichtbar und erfahrbar machen. Auf 41.000 m² Geschossfläche mit Platz für 1.800 Mitarbeiter entstand ein viergeschossiger Großbau, der Behaglichkeit, Nutzerkomfort und Energieeffizienz gleichzeitig erfüllen musste. Den KfW-Effizienzhaus-55-Standard bei hohen Anforderungen an Luftqualität und thermischen Komfort zu erreichen, war dabei eine planerisch anspruchsvolle Aufgabe.
DIE LÖSUNG
Wir entwickelten ein ganzheitliches Energiekonzept aus passiven und aktiven Bausteinen. Herzstück sind rund 900 dezentrale, direkt in die Fassade integrierte Lüftungsgeräte (Namensgeber des Gebäudes), deren Strömungsverhalten wir vorab in einem eigenen Messaufbau optimierten, um eine bedarfsgerechte Frischluftzufuhr in die Großraumbüros sicherzustellen. Die thermische Konditionierung übernimmt eine thermisch aktivierte Rippendecke; drei Kompressionskältemaschinen sorgen für die Kälteerzeugung, eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach ergänzt die Energieerzeugung, geheizt wird mit Fernwärme.
DIE UMSETZUNG
Mit der dynamischen Gebäudesimulation modellierten wir das Zusammenspiel aller Energiebausteine vorab und legten so die Grundlage für die Auslegung von Fassadenlüftung, Kühlung und Heizung unter realen Nutzungsprofilen. Die Gebäudeautomation steuert und überwacht alle TGA-Systeme im laufenden Betrieb und sichert die Effizienz auch unter wechselnden Lastbedingungen. Das Ergebnis: ein Gebäude, das seinen Energiebedarf konsequent reduziert und dm’s Anspruch an Mitmenschlichkeit und Umweltverantwortung technisch gerecht wird – 2020 ausgezeichnet mit dem Hugo-Häring-Architekturpreis.
Einblicke nehmen.
Gute Referenzen sind die einfachste Erklärung für unseren Anspruch des „holistic engineering“. Wer noch weitere Beispiele sehen möchte oder an Details interessiert ist, kann sich gerne an Holger wenden.
Foto: ©Carolin Wengert